Was ist Fayence?

Unter Fayence, auch Majolika genannt, versteht man bunt glasierte und bemalte Töpferwaren.
Der Begriff Fayence leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab. Sie war ein bedeutender Produktionsort für solche Keramiken.

Die Tradition von bunt glasierten Keramikfliesen stammt aus dem islamischen und dem Mittelmeerraum. Ihre Blütezeit hatte sie im Barock in Spanien und Portugal, wo ganze Kirchen und Paläste mit Fliesenbildern ausgekleidet waren - und in den Niederlanden. Die von dort stammenden Delfter Fliesen sind bei uns besonders bekannt.

Making of

Der Tonblock wird auf das passende Format gebracht.

Der Tonblock wird in Platten geschnitten.

Die Oberfläche der Tonplatten wird geglättet.

Die Fliesen werden ausgestochen.

Die Kanten der Fliesen werden versäubert Dann trocknen die Fliesen ca. eine Woche. Der erste Brand, der Schrühbrand, erfolgt bei 900 Grad und dauert zwei Tage.

Die Fliesen werden glasiert.

Überschüssige Glasur auf der Rückseite wird entfernt.

Die Bemalung mit keramischen Farben wird auf die rohe, staubige Glasur aufgetragen.

Der 2. Brand, der Glattbrand, erfolgt bei 1080 Grad. Dabei schmilzt die Glasur aus und bildet eine glatte, glänzende Oberfläche, die die Fliese abdichtet.

Das Beispiel einer Fliese nach und vor dem 2. Brand zeigt, wie sich die Farben durch das Ausschmelzen des Farbstaubes verändern.

Der spannendste Moment für jeden Keramiker ist das Öffnen des Ofens nach dem Brand. Erst jetzt werden Fehler unerbittlich aufgezeigt - oder aber das Gelingen der Arbeit.

Ermida de Santo Amaro (bei Lissabon)

Treppenaufgang im Palacio da Mitra (Loures)

Die Bilder stammen aus dem Bildband:
Azulejos in Portugal:
Fliesendekor in Palästen, Gärten und Kirchen
R. Sabo, J. N. Falcato, N. Lemonnier
München: Hirmer 1998 ISBN 3-7774-7640-4


Zwei typische Delfter Fliesen